DISCO – Digital Inventory of Swiss Coin Finds
Öffentliche Präsentation und Workshop am 28.8.2025 in Bern
Unsere neue Datenbank DISCO ‒ Digital Inventory of Swiss Coin Finds wird unser zentrales Werkzeug in der Bearbeitung, Auswertung und Erschliessung von Schweizer und Liechtensteiner Münzfunden sein und wird diese als Linked Open Research Data und im Druck zur Verfügung stellen.

Am 28. August haben wir in Bern unsere neue Datenbank öffentlich vorgestellt. DISCO ist eine Instanz von Dédalo, einem Cultural Heritage Management System von Render SA, Valencia. In enger Zusammenarbeit mit den Dédalo-Entwicklern Alejandro Peña und Juan F. Onielfa und koordiniert mit weiteren numismatischen Projekten, die Dédalo nutzen, wurde das System für unsere besonderen Bedürfnisse bei der Arbeit mit Schweizer und Liechtensteiner Münzfunden erweitert. Im Frühling 2025 begann Jonas von Felten mit dem Transfer unserer Daten aus der seit 2005 im Einsatz stehenden zentralen Datenbank IFSA in DISCO. Nun haben wir einen Stand erreicht, den wir mit unseren Partnern in den archäologischen Diensten und Museen teilen wollen.
Die Dédalo-Entwickler Alejandro Peña und Juan F. Onielfa stellten zu Beginn des Nachmittags Dédalo mit vielen verschiedenen Anwendungsbereichen in Oral History-Projekten, Museen und Archäologie vor; einige dieser vielen Module haben wir auch für unsere Alltagsarbeit mit den Münzfunden oder für angeschlossenen Projekte aktiviert.
Manuel Gozalbes vom Prähistorischen Museum Valencia stellte mit Monedaiberica das «Flaggschiff» der Dédalo-Numismatik vor und zeichnete die Genese von einer persönlichen Zettelkartei zum interaktiven Typologie-Portal nach. Elena Morena Pulido von der Universität Cadiz präsentierte mit WONDERCOINS das andere grosse Münzfundprojekt in Dédalo, an das sich auch weitere Münzfundprojekte aus Spanien, Mauretanien und Sardinien angeschlossen haben.
Am Aufbau von OCC – Online Celtic Coinage, dem Typenportal für keltische Numismatik, arbeiten wir als IFS aktiv mit. David Wigg-Wolf, Frankfurt a/M, hat dieses vorgestellt und aufgezeigt, wie eng Dédalo mit nomisma.org verbunden ist.
Zum Abschluss zeigte Jonas von Felten den Weg des IFS zu DISCO auf und erläuterte das Potential dieses Systems für unsere Münzfundarbeit, inklusive einer detaillierten User- und Zugriffsverwaltung. Rahel C. Ackermann stellte kurz die zukünftige Arbeit im Backend vor und bot einen Blick auf das zukünftige öffentliche Portal mit seinen Möglichkeiten.
Alle unsere Referenten und das IFS-Team standen in den Pausen und beim Apéro unseren Partnern für Fragen zur Verfügung. Und nomen est omen – wir liessen den Abend mit einer DISCO-Party ausklingen.
Bereits am Morgen nutzen einige Kolleginnen und Kollegen aus den archäologischen Diensten, Münzkabinetten und zwei Universitäten die Gelegenheit, gemeinsam mit den Dédalo-Entwicklern Alejandro Peña und Juan F. Onielfa einen Blick hinter die Benutzeroberflächen zu werfen.
Und wie geht es weiter?
Noch in diesem Jahr werden wir die aktive Arbeit in DISCO aufnehmen, um die Neufunde 2024/2025 für die nächsten beiden Bulletins IFS ITMS IRMS zu erfassen. Parallel dazu werden wir die ersten Daten im öffentlichen Portal publizieren. Anschliessend werden wir NINNO, unsere Filemaker-Applikation, die bei einigen unserer Partner und für Projekte im Einsatz ist, ablösen und die dort erfassten Daten in DISCO integrieren. Und unsere Partner können aktiv in DISCO arbeiten. Im Gesamten werden wir digitale Daten aus über 45 Jahren kollektiver Münzfundarbeit zu über 12’000 Fundstellen und über 140’000 Fundmünzen sowie mehrere 10’000 Objektfotos in DISCO zusammenführen. In dieser Zusammenschau wird vieles zu kontrollieren und zu bereinigen sein. Zudem wollen wir die bisherigen Daten so ergänzen, dass auch diese mit dem Potential von DISCO ausgewertet werden können.
Programm 28.8.2025 Nachmittag siehe hier.
Zu Dédalo (inkl. Dokumentation) siehe hier.
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